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 02.09.2010 
  INTERVIEW MIT DEN SEEBEWOHNERN

Textilmuseum

 
 

"Die ersten Floße schwimmen schon"

 
   
 

Am Freitag wurden die "wellenklaenge" eröffnet. Auch die jungen Künstler von collabor.at baten erstmals auf ihre schwimmende Wohnung inmitten des Sees. Ein Gespräch über Gummistiefel, Mikrowellen und die Mühen des Häuslbauens.

 
   
 

Wie laufen die Vorbereitungen für eurer Projekt "grüße an die nachbarinnen"?

collabor.at: wunderbar! die ersten floße schwimmen schon. mit der supertollen unterstuetzung durch die lunzerinnen und lunzer geht alles wunderbar. heute haben wir die ersten vier zimmer zu wasser gelassen und morgen geht's weiter mit den anderen floßen. auf floß geht's los!

Für den Bau der Floße ist neben Kreativität auch sehr viel handwerkliches Geschick gefordert. Wie geht's euch als Häuslbauer?

collabor.at: autsch, naja, die finger tun schon manchmal weh. ausserdem haben wir keine gummistiefel. aber wir halten durch.

Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, eine Wohnung mitten am Lunzer See einzurichten? Was ist das künstlerische Konzept dahinter?

collabor.at: bei unserem recherche-wochenende haben wir viel ueber die arbeit der frauen am land nachgedacht, die diese ganzen haeuser am laufen halten, was aber im oeffentlichen leben kaum zu sehen ist. wir haben ueberlegt, wie man haeusliches leben aus dem privaten ins oeffentliche uebertragen kann. wie sich bedürfnisse und wünsche in der ländlichen architektur verändert haben - das finden wir sehr interessant.

frueher musste man zum beispiel alles mit einer zentralen kueche bedienen, heute ist ein riesen-wohnzimmer mit grossem fernseher am allerwichtigsten. niemand braucht heute mehr eine riesen wirtschaftskueche. heute kauft man alles tiefgekuehlt und schmeisst es kurz in die mikrowelle.

Wann wird die Wohnung das erste Mal in See stechen?

collabor.at: neben der eroeffnung am 7. juli haben wir die generalprobe der schuhplattler am 5. juli in unserer wohnung als fixtermin. am wochenende hat der tauchclub nautilus fuer uns die anker gesetzt, und heute hat uns der herr vizebuergermeister die ersten flosszimmer ins wasser gehoben, um platz fuer den bau der naechsten zimmer zu schaffen.

Wie wird der Alltag auf See ablaufen? Habt ihr da schon konkrete Vorstellungen?

collabor.at: naja, zum fruehstueck gibts kaffee! dann werden wir erst einmal die wohnung umstellen, das bedeutet: wir werden uns ueberlegen wie wir die raeume anordnen. und vielleicht brauchen wir ja ein paar neue moebel. dann werden wir ein paar postkarten schreiben und leute einladen uns zu besuchen. die geraeusche aus lunzer wohnhaeusern werden uns auch begleiten.

Ist die Wohnung am See offen für Gäste? Anders gefragt: Kann man euch kurzerhand mit dem Tretboot besuchen?

collabor.at: wir freuen uns sehr auf zahlreiche besuche in unserem temporaeren heim am see, egal ob tret-, schlauch-, motorboot oder einfach mit hand und fuss erschwommen, wir freuen uns ueber gaeste! geplant ist, dass wir taeglich mehrere stunden dort verbringen, ausser das wetter hindert uns daran.

Zum Abschluss: Braucht ihr noch Möbel?

collabor.at: ja, unbedingt!! uns fehlt noch viel, obwohl sich schon viele spendenfreudige lunzerinnen und lunzer gemeldet haben. sollte sich in den lunzer haeusern noch alte moebel finden, bitte maria [0650/470 16 66] anrufen oder ein mail schreiben an: maria@collabor.at.


Erste Bilder vom Floß-Bau:

 

 

Welche Möbel noch gebraucht werden:
Lunz, vermöbelt uns!

Mehr über die
Künstler:

www.collabor.at

Mehr über die
wellenklaenge:

www.wellenklaenge.at

 

 
   
  
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